In Dalilas erstem Beitrag begleiten wir sie nach Aomori, einer Großstadt am nördlichen Ende der Insel Honshū . Honshū ist die größte und bedeutendste japanische Insel und wird auch als „Kernland von Japan“ bezeichnet.

In dieser Stadt hat unsere Ernährungswissenschaftlerin ihre erste Begegnung mit einer Bentō-Box, einer typisch japanischen Darreichungsform von Essen. In Japan wird das Essen traditionell in vielen verschiedenen kleinen Schälchen serviert, aus denen gleichzeitig gegessen wird.
Bentō-Boxen gibt es in verschiedenen Formen und Materialien, die jeweils in Fächer unterteilt sind und so die kleinen Mahlzeiten trennen. Sie bieten ein praktisches Mittagessen „To-Go“, das leicht zu essen und zu transportieren ist. Das war im Wesentlichen auch der Hauptzweck der Box – der Begriff Bentō, der vom chinesischen biāndāng stammt, bedeutet nämlich „praktisch“.

Noch heute bereiten Frauen in der Familie Bentō für ihre Ehemänner und Söhne vor, indem sie ihn in den traditionellen Stoff namens Furoshiki einwickeln. Furoshiki ist ein quadratisches Tuch, das traditionell als Verpackung und als Tragebeutel genutzt wird.

Aomori & die Bento Box

Meine erste Begegnung mit einer Bento-Box hatte ich im Hafen von Aomori, der die wichtigste Verbindung zur nördlichsten Insel Hokkaido ist. Es ist eine bezaubernde dunkle Holzschatulle mit einem handgemalten Blumenmuster. Ich werde von einer freundlichen Kellnerin bedient, deren zierliche Bewegungen mein Mittagessen elegant entfalten und eine Box mit vielen kleinen Gerichten zeigen, die mit viel Liebe zum Detail angerichtet sind. In der Blumenschatulle stellt jedes der sechs Fächer eine japanische Spezialität dar.

Auf dem Tisch ist das traditionelle Besteck platziert: Hashi-Essstäbchen auf einer kleinen Hashioki-Stütze und ein Keramiklöffel für die Miso-Suppe. Sie bilden die Grundlage für japanisches Essen und müssen immer auf dem Tisch liegen.

Ich liebe den intensiven Geschmack von Miso-Suppe, die normalerweise mit Buchweizen-Nudeln, Reis oder Weizen serviert wird. Miso ist ein Gewürz, das durch die Fermentation von Soja und anderen Getreidesorten gewonnen wird. Die Farbe und Intensität des Geschmacks hängen von der Fermentation und dem verwendeten Getreide ab. In Japan wird es wegen seiner Vorteile täglich konsumiert, da es eine große Menge an essentiellen Aminosäuren und nützlichen Enzymen enthält.

Die japanische Kultur hat genaue Regeln bezüglich der Tischmanieren. Ich positioniere Essstäbchen zwischen Zeigefinger und Daumen, wobei ich darauf achten muss, nicht zu sehr zu gestikulieren. Denn das ist in Japan ein Zeichen für schlechte Manieren, was die meisten Touristen allerdings nicht wissen.

Ich beginne mit dem Essen, das ich kenne: Thunfisch und frisches Lachssashimi. Die zarte Konsistenz und das delikate Aroma stehen für die Frische und Qualität der Fisches. Die angenehme Säure der fermentierten Okra im Wasabi erfrischt meinen Gaumen. Auch wenn ich ein üppiges Menü bekomme, probiere ich alles nach dem Zufallsprinzip aus. Im „gegrillten“ Bereich gibt es Kabeljau, Rindfleisch am Spieß und Tamagoyaki. Letzteres ist ein einfaches Rezept, das unserem Omelett sehr ähnlich ist. Allerdings hat dieses hier eine rechteckige Form und eine festere Konsistenz. In kleine Stücke geschnitten, kann es auch als Zutat in Sushi verwendet werden. Die rosige Farbe des Rindfleisches ist wunderbar.
Das Menü enthält eine elegante, goldene Schüssel die sogenannte „Mixed Boiled“, welche aus Taro-, Lotus-, Karotten- und Bambussprossen besteht, die in einer Hühnerbrühe serviert werden. Die Lotus- und Taro-Sprossen erinnern vage an Kartoffelgeschmack, währenddessen Karotten- und Bambussprossen einen eher süßlichen Geschmack haben, der allerdings durch das Aroma der Brühe neutralisiert wird.

Obwohl ich gesättigt bin, beende ich meine Verkostung mit einem köstlichen Fruchtgelee. Ich schmunzle über die Beschreibung „Obstteller“, denn es befindet sich abgesehen vom Fruchtgelee, lediglich eine dünne Orangenscheibe auf dem Teller.

Danke – Arigato!